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Chicago-Winter ist kalt und kein Spaß mehr. Berlins extremste Temperaturen sind hier Standard. Lange draußen aufhalten kann man sich deswegen nicht, was mich hier momentan manchmal ein bisschen einschränkt. Chi-City ist verschneit und vereist, wie es sich für Weihnachten gehört. An der Eastcoast herrscht ein Schneesturm. Und während Chicago erfriert, ist es Sommer in Miami und Las Vegas, was mal wieder die unfassbare Größe der USA beweist. Der Amerikaner ist im Moment wieder im Konsumrausch und quetscht sich in überfüllte Shopping-Mals um Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Währenddessen war auch Hanukkah, das jüdische Lichterfest, was eigentlich kein großes Fest ist, aber von amerikanischen Juden ein bisschen intensiver gefeiert wird. Weihnachten dagegen wird nicht gefeiert. Am 23. Dezember habe ich auch noch immer keinen Schimmer, was ich an Weihnachten mache. Ich bin einer der wenigen aus dem Büro, der keinen Urlaub genommen hat, obwohl ich den auch gebrauchen könnte, da ich vorher auch noch nie so lange gearbeitet habe (offiziell 40 Std./Woche)

Der Alltag ist dadurch manchmal wenig aufregend. Aufstehen, Arbeit, einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen, schlafen, aufstehen,… Viel Zeit, um was in der Stadt zu machen bleibt manchmal nicht und dazu jetzt noch der Winter. Trotzdem werde ich nach drei Monaten hier schon wehmütig, dass mir nur noch 8 Monate bleiben. Meine simple Wohnung ist immer noch auf das nötigste beschränkt, aber schon gemütlicher als zu Anfang.

Chicagos Nachtleben kommt zwar immer noch nicht an Berlin ran, aber ist doch besser als mein erster Eindruck. Sobald man ein paar mehr Leute kennt, wird es auch besser. Hab hier schon unfassbar Spaß gehabt in einigen Clubs gehabt. Ab und zu hat man auch sehr lässige Cabfahrer (Thank you, Cavet!!! :D ).

Excited for a New Years Bang!

Ein paar einfache Digicam Videos und Eindrücke aus den ersten Monaten in Chicago und mein Aufstief zum Sears Tower (Amerikas höchstes Gebäude) zusammen geschnitten:

Big City Life

My neighborhood: Broadway at Addison

http://www.youtube.com/watch?v=FdW1CjbCNxw&feature=relatedhttp://www.youtube.com/watch?v=FdW1CjbCNxw&feature=related

Snowfall in Chicago

Winter! Es schneit jetzt hier… Chicago sieht dann so aus.

Take a warm coat or DIE in the Chicago Winter!

Am Donnerstag, den 3. Dezember bin ich für ein paar Tage für ein ARSP Seminar nach Philadelphia geflogen. Im Chamounix Hostel, ziemlich außerhalb, konnte sich ARSP Freiwilligeneration 09/10 über ihre Erfahrungen, Eindrücke, Probleme usw. austauschen. Seminarthemen waren ansonsten die eigene Familiengeschichte.

Meine ersten 10 Tage in den USA waren in Philadelphia und ich fand noch jedes Detail beeindruckend. Da ich inzwischen Chicago kenne, finde ich Philly weniger exciting. Die Stadt war mal sehr wichtig in den USA und  ist mir eigentlich sympathisch, aber im allgemeinen finde ich es ziemlich kaputt, nicht ganz ungefährlich und der Nahverkehr ist auch nicht besonders… Ich kenne die Stadt nicht gut wenig, aber mein Eindruck ist, dass es ganz cool ist, aber leben wollen würde ich dort nicht.

Eine Party früher verlassen um nachts 45 Minuten auf den Bus zu warten um dann nach der 30 Minuten Fahrt noch mal mindestens 20 Minuten zu laufen? Pfff… In solchen Momenten versteh ich die angebliche Supermacht einfach wieder nicht. Aber in Chicago fahren die Subway/EL und Busse nachts durch!
Der 90-minütige Rückflug (Warum dauert das im Bus verdammte 20 Stunden?) am Abend des 6. Dezember bot mir dann eine unfassbare Aussicht bei klarem Himmel. Wenn man die erleuchteten Staaten vom Himmel aus sieht kann man sich immer noch nicht mal ansatzweise die Größe dieses Landes vorstellen. In Chicago zu landen war noch mal eine Wahnsinnsaussicht. Und wieder hier zu sein ist noch besser, denn Chicago hat mehr zu bieten und hier fühle ich mich einfach längst angekommen. Siehe hier (nur bis 1:04)!

Chicago erleuchtet!

A day at the Lake…

Lake Michigan from Jarbas Agnelli.

Sehr cooles Video am Lake. Ich warte auf den Sommer!!!

It’s Thanksgiving.

Heute ist Thanksgiving, eines der wichtigen amerikanischen Feste bevor der Hype um Weihnachten so richtig los geht. Soweit ich weiß ähnelt es dem Erntedankfest, ist aber irgendwie doch anders… Ich feier es bei einer Arbeitskollegin und ihrer Familie, die es traditionell mit dickem Truthahn feiert.

Chicago wird grau, regnerisch und kühler, aber der geführchtete Chicago Winter ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Berlins Nachtleben ist sowieso schwer zu überbieten, aber Chicagos Nachtleben hat mich bisher noch nicht umgehauen.
Nachdem ich eines Morgens wach wurde, weil mir jemand eine 5-Day Notice (=Zahl die angeblich nicht gezahle Miete oder du fliegst raus!) unter meine Tür in meine Wohnung geschoben hat, hatte ich eine Auseinandersetzung mit meinem Vermieter und der Wohnungsgesellschaft, die aber inzwischen zum Glück beigelegt ist.
Nach dem ich mich wieder sicher fühlen kann in meiner Wohnung, habe ich mal ein langes Wochenende (vier Tage), obwohl mich schon eher reif für Urlaub fühle…

The Burnham Pavillon

Amerika #2

Von meiner Wohnung aus habe ich Aussicht auf zwei wichtige Straßen Chicagos. Den Broadway und die Halsted.  Da das nächste Police Department nur wenige Minuten entfernt ist, ist es manchmal dementsprechend laut, wenn die Chicago Police dort lang heizt. Ja, die Sirenen klingen genauso cool wie im Film. In Sachen Coolness kann sich die deutsche Polizei da auf jeden Fall was abgucken. In vielen anderen europäischen Städten habe ich diese Sirenen auch schon gehört, aber die deutsche Polizei bleibt bei diesem deutschen Martinshorn für ihre Einsatzwagen…

Allgemein hat das Auto hier sowieso einen noch höheren Stellenwert als irgendwo. Ohne Auto geht für die sehr viele Amerikaner nichts, was aber auch einfach an der unfassbaren Größe dieses Landes liegt. Es ist aber trotzdem keine Kunst hier einen Führerschein zu bekommen und dementsprechend fahren viele Amerikaner auch. Da die meisten dieser Autos hier eine lächerliche Automatik-Schaltung haben (wie ein Spielzeug…), ist Auto fahren nicht nur Auto fahren, sondern alles, was man noch nebenbei erledigen kann!
Mir ist schon öfter das Herz auf dem Highway stehen geblieben. Telefonieren, Emails checken, im Handschuhfach wühlen, eine Diskussion anfangen und deswegen auf der linken Spur mit 10 Km/h langschleichen (…keine ahnung, wie viele mp/h das hier sind) , die Air Condition auf Kühlschranktemperatur stellen oder das Lenkrad loslassen bzw. noch mit einem Finger führen und nebenbei die Ice Cubs aus dem letzten Getränk zermalmen.

Ohne eine Tonne Eiswürfel in verdammt noch mal JEDEM Getränk ist Flüssigkeit hier sowieso nur schwer einzunehmen. Ich halte es eigentlich für unlogisch mein bereits eiskaltes Getränk noch kühler zu trinken. Und als Europäer benutze ich auch ein Messer zum Essen, was manche Amerikaner ziemlich verwundert. Aber wir Europäer sind natürlich immer ein Stück hinter den Amerikanern. Und auf fast jeder Pizza bisher fehlten mir die Gewürze. Aber die Deep Dish Pizza, eine Chicago-Spezialität, holt das wieder raus! Man kann hier sehr gut essen, aber im Durchschnitt ist das meiste Essen  leider ein bisschen schlechter, fettiger, minderwertiger.

Durch Chicago fahren auch ganz gerne Verrückte und predigen durch Lautsprecher auf ihrem Auto, dass die Welt bald untergeht. Oder ich werde in meiner Pause angequatscht und mir wird erklärt, dass Obama mit der Health Care Reform die selben Pläne wie Hitler verfolgt.  Auch sonst begegne ich verrückten Gestalten. Ich erinnere mich, wie ich in einem abgeranzten Burger King nahe Philadelphia Downtown saß und mir gegenüber ein Klischee-Zuhälter die Dollarscheine auf dem Tisch zählte und neben ihm eine Prostituierte wartete. Die beiden machten keinen Geheimnis daraus.

Was ich an den Amerikanern aber immer wieder bewundere, ist der Optimismus und der Kämpfergeist, ganz im Gegensatz zum immer nörgelnden Deutschland. Durch meine Arbeit beim JCUA fällt mir immer wieder auf, wie leicht man Leute hier mobilisieren kann, um sich für etwas einzusetzen oder zu protestieren. Amerikaner sind einfach leichter zu begeistern. In zwei Tagen ist Thanksgiving und Amerika freut sich auf Familie und Turkey (Truthahn).
Und auch die in diesem Blog bereits erwähnte Multikulturalität ist hier einfach nochmal intensiver. Ich treffe hier Leute aus der ganzen Welt. Umso mehr eine Schande, dass in einem Land, dessen Bevölkerung aus Zuwanderern und Nachfolgegeneration besteht, Rassismus, Abschiebung, Segregation etc. immer noch große Themen sind. Aber trotzdem sind die USA ein Land, dass ihren Status als Einwanderungsland anerkennt und sich darauf einstellt. Während ich in Berlin – Kreuzberg wieder Gemeckere über türkische Werbeschilder höre, ist hier es normal, dass Hinweisschilder auch auf Spanisch (für die vielen Mexikaner und Hispanics) sind.

Dies ist nur ein weiterer konzeptloser Querschnitt durch meine Zeit hier. Als Gewohnsheitsmensch stelle ich manchmal etwas schwer an, einige Gegebenheiten in diesem Land anzunehmen und bin im Kopf vielleicht noch in Europa, aber trotzdem schlage ich mich anscheinend ganz gut…

"Declaration of Immigration" Wallpainting in Little Village (mexikanische Neighborhood auf Chicagos South Side)

Noch so ein Amerikaner... oder doch ein Immigrant? :)

Daily Routine

Auch wenn man sich das Leben in den Großstädten der USA auf naive Weise immer so glamourös vorstellt, holt einen auch hier der Alltag ein. In meinen ersten Wochen habe ich in meiner einstündigen Pause meistens Downtown erkundet und war nach der Arbeit oft noch lange in der ganzen Stadt unterwegs.
Inzwischen bin ich oft froh, wenn ich abends nach Hause komme, mich auf meinen Klappstuhl setzen kann oder anderen alltäglichen Kram erledigen kann (einkaufen, Wäsche waschen, aufräumen, Möbel besorgen usw.) Oft habe ich am Wochende auch noch viele Termine, teilweise für die Arbeit. Dabei ist meine Liste mit Dingen, die ich hier noch sehen, besuchen, erleben will noch sehr lang!

Manchmal bin ich auf der Arbeit auch noch nicht komplett ausgelastet, andere Tage wiederum gehen bis nachts. Leider kann ich die Atsmosphäre abends auf dem nach Hause Weg auf der Straße oder im U-Bahnhof zu sitzen und der manchmal gänsehauterregenden Musik von Straßenmusikern hier nicht einfangen. Ein Versuch (Wer mehr davon will, soll mir eine neue Kamera schenken!):

 

 

Trotzdem ist es schon verrückt, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich vor einigen Monaten noch in Berlin – Neukölln an abgeranzten Tischen in der Schule gehockt habe, der verdammten Wilkür einiger Lehrer ausgesetzt, mit dem einzigen Ziel nach 14 Jahren E.N.D.L.I.C.H. das Abitur hinter mich zu bringen. Und inzwischen finde ich mich wieder in Chicago Downtown in einem Büro mit Blick auf den Lake Michigan oder mal in einem modernen Meeting-Raum im x-ten Stock eines Bürogebäudes mit unfassbarer Aussicht auf die Skycraperschluchten.
Karrieregeil? Nein. Und leider ist in weniger als zehn Monaten auch alles schon wieder vorbei und ich werde in knatschenden Hörsäalen (hoffentlich in Berlin) sitzen und über mein Studium meckern.

Jazz vor dem Wrigley Building

Sunday…

Wrigleyville is so much fun, probably too much fun… Enjoy this day off, suffering a hangover…

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Holy Friday!

Endlich Freitag! Zerstört und kaputt, aber glücklich.

Freitag ist aufgrund des Shabbat immer nicht so viel los auf Arbeit. Habe endlich die Zeit gehabt mal ins Museum of Contemporary Art zu gehen. Eher eine Enttäuschung, aber vielleicht aufgrund der Bauarbeiten dort. Werde es mir bald nochmal ansehen. Momentan lese ich The Lazarus Project von Aleksandar Hemon, ein Buch was ich bereits auf deutsch lesen wollte, kämpfe nun mit der amerikanischen Orginalversion.

Und SO (7-Tage Trip von LA nach NY) plane ich meinen Urlaub!

22:43: Sitze in meiner immer noch relativ leeren Wohnung in Wrigleyville, Chicago. Aber es wird besser.  312, lokales Chicago Beer, genießen. Die amerikanischen Standartbiere sind Mist, aber es gibt auch ein paar sehr gute Biere, die man nur kennen muss. 312, in meiner Neighborhood gebraut, ist eines davon. Ziehe los und gucke was Chicagos Nachtleben so bietet!

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Adisson Street and Wrigleyfield from Addison Stop (...und die Werbung für meinen cell phone deal)

http://www.amazon.com/gp/product/B002PJ4FZ0/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_1?pf_rd_p=486539851&pf_rd_s=lpo-top-stripe-1&pf_rd_t=201&pf_rd_i=1594489882&pf_rd_m=ATVPDKIKX0DER&pf_rd_r=1HVGZ7N39DQSX1G0NWPQT

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